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Schneller als der ehemalige Olympiasieger im Kunstturnen – Fabian Hambüchen und trotzdem 23 Sekunden zu langsam !

14 Oct 2018

Denny Trefflich, Torsten Winter und Antje Lorenz wagten sich unter die knapp 8.000 Läuferinnen und Läufer beim Bridgestone Great 10k in Berlin.

Torsten und ich reisten bereits am Freitag nach Berlin. Nicht alle Sehenswürdigkeiten konnten wir vor 2 Jahren sehen, deswegen mussten wir noch ein paar Tage auf uns nehmen. Dieses Mal nahmen wir uns ganz im Sinne des Sports, das Berliner Olympiastadion vor. Bemerkenswert diese Architektur! Berlin ist immer eine Reise wert, das steht fest.

 

Aber nun wieder zum aktiven sportlichen Teil.

 

Ich meldete mich, ganz im Gegensatz zu meinen Vereinskollegen, erst 2 Wochen vor dem Lauf an, womit mir Startblock 4 zugeteilt wurde. Aber auch mit meiner geplanten Zieleinlaufzeit von 1:08;00 Std. wäre ich in selbigen Startblock eingeteilt  worden. Am Vortag gab es das obligatorische Warm Up, das Torsten und ich, aufgrund unserer Unterbringung in der Julius-Leber-Kaserne auch innerhalb der Kasernentore abspulten. Dabei merkte ich, dass ich schon wieder viel zu schnell unterwegs war. Das dürfte mir morgen nicht passieren, dachte ich. Mit einer Angangspace von 7 min/km sollte ich für den Anfang gut bedient sein. Wenn dann immer noch Reserven sind, könnte man ja die letzten 2-3 Kilometer noch mal etwas schneller machen. So der Plan!

 

Am Sonntag trafen wir uns dann ca. 2 Stunden vor dem Start mit Denny am Startort, der extra für den Lauf nach Berlin gereist ist und zu unserer Überraschung Poffel mitgebracht hatte. Poffel war wie immer mit seiner Kamera und einem sehr großen Objektiv ausgestattet. Perfekt dachte ich, da ich ja sonst immer fürs fotografieren zuständig bin, lag es nun mit meinem Start an Poffel den Posten zu übernehmen, zumal er ja prächtig ausgestattet ist mit seiner Kamera und dem Auge für das Wesentliche. Denny und Torsten standen im Startblock "B1". Hier gab es nur noch die Elite-Läufer, die vor Ihnen standen. Etwas unverständlich war die Tatsache, dass die Eliteläufer, denen 73 Männer und 13 Frauen angehörten, nicht die übliche Strecke durch den Berliner Tierpark nahmen, sondern daran vorbeigeleitet wurden. Wahrscheinlich weil das Teilstück durch den Tierpark, wie es mir später nach Sichtung meiner Splitzeiten auffiel, etwas Zeit gekostet hat und der Veranstalter den Ruf der "schnellsten Strecke" nicht verlieren wollte. Wie auch immer! Für mich war der Tatbestand irrelevant, da ich mich einzig und allein auf mich konzentrieren- und versuchen wollte, mich zu beherrschen, was die Angangszeit angeht. Ich kannte es ja bereits aus anderen Laufwettbewerben, dass einen die Euphorie und das ganze Flair einer so großen Veranstaltung mitreist.

 

Im Startblock "B4" angekommen, orientierte ich mich auf die rechte Seite. Poffel wollte auf dem grünen Streifen rechterhand Fotos machen, daher sortierte ich mich auch rechts ein. Bereits um 11:45 Uhr stand ich parat und wartete nun die 15 Minuten bis zum Start, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen. Vor mir stand ein Soldat im mittleren Alter, den ich am einheitlichen Shirt erkannte, dass die Soldaten trugen. Bei den Frauen stand auf der Vorderseite "Sportkameradin", bei den Männern "Sportkamerad". Sehr viele verstreuten sich in den einzelnen Blöcken und fielen zumindest den Zuschauern deutlich ins Auge. Der Sportkamerad vor mir war sichtlich nervös und sprang ständig vom linken aufs rechte Bein und vom rechten wieder aufs Linke. Wie ein Uhrwerk ging es bei ihm immer klick klack . Ein Blick auf die Uhr - 11:47 Uhr - noch so viel Zeit. Und wieder wandert mein Blick zum Sportkameraden vor mir, der jetzt mittlerweile Gesellschaft von zwei seiner Sportkameraden bekommen hat und ununterbrochen redete und wieder vom linken auf das rechte Bein hüpft. 11:48 Uhr - oh man....das kann noch ewig dauern. Und wieder klick klack, klick klack. Endlich 11:55 Uhr… ich schalte schon mal meine Pulsuhr an, im Falle das ich es später vergesse wenn sich die Massen in Bewegung setzt. Ich habe am Morgen extra den Pulsmesser abgemacht und mein 4. Datenfeld mit der Durchnittspace ersetzt, so hatte ich alle Werte ausreichend im Blick, dachte ich und erschrecke nicht von den ansteigenden Puls, den mir mein Pulsmesser in den letzten Wochen fälschlicherweise anzeigt.

 

Von nun an verging die Zeit wie im Flug und man hörte ein lautes Knallen, was wohl den Startschuss signalisierte. Ganz langsam setzte sich die Traube vor mir in Bewegung und bis zur Startlinie, die letztendlich meinen Chip am Fußgelenk durch die Schleifen am Boden aktivierte, konnte man ganz getrost gehen. Als ich über die Matte rannte startete ich meine Pulsuhr. Los geht`s. Noch ein nettes Lächeln aufsetzen ehe ich an Poffel mit der Kamera vorbei renne und fortan wechselte ich in den Sparmodus, zumindest was meine Mimik angeht! Gleich am Anfang fand ich einen Mann der vor mir ein angenehmes Tempo von ca. 6:30 min/km lief. Er hatte einen guten Schritt, den ich mitgehen konnte und der mich auch vor dem Wind schützte. Doch ich merkte ziemlich schnell, dass ich schneller laufen kann. Eigentlich war ja die 6:30 schon zu schnell aber ich dachte was soll`s – gucken wir mal wann der Schlag kommt. Immer wieder klemmte ich mich hinter jemand, stellte jedoch schnell fest, da geht noch mehr. Wieder vorbei und ab zum nächsten. Nach nur 1 Kilometer fingen die ersten zu gehen an. Einer Art Spießrutenlauf ähnelte es von da ab. Nach der ersten Kurve sah man in weiter Ferne die Siegessäule. Schritt für Schritt kam ich näher.  Kilometer 1 mit 6:26 min/km, Kilometer 2 mit 6:05, der Dritte dann schon mit 6:01. Läuft dachte ich mir! Das Stück zur Siegessäule und danach absolvierte ich mit einer Pace von 5:56 und 5:58. Um Gotteswillen dachte ich mir, da fehlte nicht viel bis zu meinen Tempoeinheiten, die ich bislang aber nie so lang durchgehalten habe. Aber die Gedanken blieben nicht lang und ich wollte weiter. Kilometer 6 führte durch den Berliner Tierpark. Viele hörte ich sagen „ach schau mal das Nashorn“, ich sah nichts! Ich erahnte nur den Tierpark, nahm aber weder Gerüche war, noch sah ich irgendein Tier. Fakt ist, dieser Kilometer durch den Park hat Zeit gekostet! 6:16 min/km! Gleich danach bog die Masse nach rechts ab. Hier gab es wieder Applaus und Musikgruppen, die mit Trommeln auf sich aufmerksam machten. Ein prickeln auf der Kopfhaut – nur wegen was? War jetzt der Punkt erreicht, an dem ich die schnellen Kilometer merkte oder war es das ganze Flair? Keine Ahnung, ich denke etwas von beidem. Kilometer 7 und 8 gingen dann wieder mit 6:01 und 6:02 etwas schneller voran. Auf den Passagen war es dann wieder sehr windig und ich habe es erstmals zu schätzen gewusst, mich hinter jemanden „klemmen“ zu können. Dies bedeutete aber immer wieder kleinere Antritte auf sich zu nehmen, um ran zu laufen. Kilometer 9 – 6:08! Hey nur noch 1 Kilometer! Die Straßen füllten sich wieder mit mehr und mehr Publikum. Die Helfer an der Strecke riefen einem zu: es ist nicht mehr weit, ihr habt es gleich geschafft! Toll dachte ich mir, jetzt bloß nicht einbrechen. Noch eine letzte Kurve nach rechts und über den Köpfen der vor mir Laufenden sah man schon das Schloss Charlottenburg. Erst da bemerkte ich, wie gut ich in der Zeit liege und was noch möglich wäre. Eine Zeit unter 60 Minuten! Mit einem letzten Endspurt schob ich mich über die Ziellinie. Trotz einer Abschlusspace von 5:27 min/km reichte es nicht für die Sub 60! Zum Glück gingen mit mir viele weitere Teilnehmer über die Ziellinie. Das enge Gedränge verhinderte ein umfallen. Torkelnt wanderte ich, umgeben von zufriedenen Gesichtern, der Medaillenausgabe entgegen und weiter durch die Schleuse zu den Getränken! Bei Kilometer 6 gab es zwar ebenfalls eine Getränkestelle, doch die lies ich bewusst aus! Es war zwar warm, aber im Training trinke ich ja für 10km auch nichts, außerdem kostet es Zeit und ich würde vielleicht meinen guten Rhythmus verlieren.

Denny und Torsten bemerkte ich ca. 100m vor der Ziellinie, die erstaunt riefen, da ist Sie! Sie hatten offenbar noch nicht mit mir gerechnet! Gut-ich habe selbst noch nicht mal mit mir gerechnet, von daher kann man es ihnen nicht verübeln, zumal ich auch noch sagte, dass sie mit mir frühestens nach 1:05 Std. rechnen könnten.  

 

Glücklich und zufrieden über meine Leistung hielt ich im Zielbereich nach den anderen Ausschau, die ich ziemlich schnell entdeckte, obwohl mein Blick immer noch trüb war von der Anstrengung. Ich erfragte deren Laufzeiten, zumal sich ja beide etwas vorgenommen hatten und erfuhr, dass Denny mit 39:25 Minuten die Sub 40 schaffte und damit 178. Mann und 22. der AK M35 wurde. Torsten war eher unzufrieden mit seiner Laufzeit von 40:15 Minuten, konnte sich aber dennoch versöhnlich mit der Tatsache zeigen, den 10. Platz in der Militärwertung erreicht zu haben. (Platz 1 der AK M40).

Ich persönlich bin mit meiner Zeit von 1:00;22 Std. sehr zufrieden. Das ich am Ende 918. Frau und 144. Meiner Altersklasse wurde, ist „nice to know“. Und hey, ich war schneller als der ehemalige Olympiasieger im Kunstturnen Fabian Hambüchen, der die 10k in 1:10;59 Std. absolvierte.

 

Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung mit tollem Flair.

 

 

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